Gemeindeanteil für Sups

Der PA hält es für problematisch, wenn sich die ephorale Ebene gemäß des neuen Erprobungsgesetzes noch weiter von der gemeindlichen entfernt. Das Erprobungsgesetz sieht vor, dass eine Superintendentin oder ein Superintendent künftig keine Gemeindeanbindung mehr haben sollen, sondern als PastorIn auf Kirchenkreisebene angestellt wird und sich eine Predigtstätte frei wählen kann.

War in früheren Jahren der Kirchenkreis lediglich eine dienstleistende Ebene, ist er infolge von Veränderungen der letzten Jahre zu einer eigenen, der Gemeinde nahezu vorgesetzten Ebene geworden. Hier hat sich der Kirchenkreis aus Sicht des Pastorenausschusses in eine falsche Richtung entwickelt. Damit entfernt sich ein Superintendent/eine Superintendentin noch weiter von den Pfarrerinnen und Pfarrern sowie den Kirchenvorständen und verliert zudem wichtige pastorale Kompetenzen, die doch gleichzeitig wesentliche Voraussetzungen für jede fachgerechte Visitation sind.

Alle Leitungsämter im Bereich der Theologinnen und Theologen unserer Kirche sind im Sinne der Bekenntnisschriften aus dem Gemeindepfarramt abgeleitet. Nur so kann sich evangelische Kirche aufbauen. Nach den Bekenntnisschriften unserer Kirche ist das Pfarramt in der Mitte und im Gegenüber zu einer Kirchengemeinde. Nach unserer Auffassung wie im Übrigen auch nach dem Urteil der Kirchenmitglieder (s. V. KMU) erfüllt der Kirchenkreis nicht die „notae ecclesiae“, sodass er keine Gemeinde darstellt und insofern auch kein Kirchenkreispfarramt zu rechtfertigen ist.

Weiterhin ist uns nicht deutlich, nach welchen Kriterien die Anbindung des Superintendenten/der Superintendentin an eine Kirchengemeinde nun erfolgen soll. Der sonntägliche Predigtdienst ist nur eine von mehreren pastoralen Aufgaben (wie z.B. Seelsorge, Unterweisung, Gemeindeleitung, Diakonie), die allesamt aufeinander bezogen sind und erst im Miteinander den pfarramtlichen Dienst konstituieren. Ohne eine regelmäßige Anbindung an Kasualien, Konfirmandenunterricht und Gemeindegruppen bleibt unserer Auffassung nach jeder Predigtdienst „in der Luft hängen“. Zudem ist unseres Erachtens eine Anbindung an eine Kirchengemeinde nur mit Zustimmung des örtlichen Kirchenvorstandes möglich. Gegen dessen Willen wird immer ein Ärgernis das Ergebnis sein. Es sollen doch Konflikte vermieden werden, doch es werden zusätzliche geschaffen. Insgesamt sieht der Pastorenausschuss mehr Probleme als Lösungen in der vorgelegten Verordnung und lehnt sie darum ab.

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