A14 schon ab 45 Jahren

Der Pastorenausschuss bekräftigt und erneuert seine Forderung, die Regelbesoldung im Pfarrdienst der Landeskirche nach der Besoldungsgruppe A14 nicht erst ab der 12. Stufe, d.h. mit dem Erreichen des 53. Lebensjahres, sondern bereits ab der 10. Stufe, d.h. mit dem Erreichen des 45. Lebensjahres, wiederherzustellen.

Aus unserer Sicht ist eine erhöhte und besserte Attraktivität für den Pfarrdienst jetzt und zukünftig nur dann gegeben, wenn die sog. Durchstufung zu einem auch und gerade für den Nachwuchs in angemessener Frist erreichbaren Zeitpunkt gegeben ist. So erfolgt die Durchstufung in vielen anderen Landeskirchen zu einem früheren Zeitpunkt als in Hannover.

Mit einer früheren Durchstufung würde zum einen der Tatsache Rücksicht getragen, dass die zweistufige theologische Ausbildung in Studium und Vikariat extrem lang und kostenintensiv ist (gerade auf dem Hintergrund der verkürzten Studienzeiten durch Bologna in anderen Fächern).

Zum anderen würde dadurch auch Berücksichtigung finden, dass der Pfarrdienst heute in wesentlich größeren Einheiten und Verantwortungsbereichen geschieht als früher, da durch Stellenkürzungen in erheblichem Umfang Mehrarbeit und Arbeitsverdichtung entstanden sind. (Wegfall von nahezu 30% der Gemeindepfarrstellen sowie vieler Funktionspfarrstellen).

Durch die sog. Kanther-Reform von 1996 wurde der einstige Termin der Durchstufung (40. Lebensjahr) ohnehin auf das 45. Lebensjahr hinausgeschoben, sodass auch im Generationenvergleich die Verhältnismäßigkeit gewahrt bliebe.

Die Durchstufung stellt i.d.R. die einzige ‘Beförderung‘ im Pfarrberuf während der gesamten Berufszeit dar, weil ein entsprechender ‚Stellenkegel‘ mit Aufstiegsmöglichkeiten wie im Öffentlichen Dienst fehlt. Sie ist darum für die Pfarrerschaft von vergleichsweise hoher Bedeutung.

An dieser Stelle sei auch ausdrücklich auf die Durchstufungsregelungen in der Kirchenbeamtenschaft (einschl. Leiterstellen in den Kirchenämtern), in anderen westlichen Landeskirchen sowie in der VELKD verwiesen. Ebenso ergeht der Hinweis, dass bei den Ephorengehältern A15 (im übrigen auch für den Gemeindeanteil ihres Dienstes) bereits zu einem zumeist früheren Zeitpunkt gezahlt wird.

Nicht zuletzt rechtfertigen unserer Ansicht nach die spürbar verbesserten Kirchensteuereinnahmen ebenfalls diese Maßnahme, der – dem Vernehmen nach – die Vertreter unserer Landeskirche in den konföderierten Gesprächen ja bereits zugestimmt hatten und die nur durch das Veto aus anderen Landeskirchen verhindert wurden.

2 Gedanken zu „A14 schon ab 45 Jahren

  1. Joachim Diestelkamp

    Ich bin auch der Meinung, dass das Gehalt des / der Superintenden/ten/tin gegenüber dem Lebensdurchschnittsgehalt der Pastoren nicht mehr als 2 Gehaltsstufen abweichen sollte. In der Landeskirche Anhalts habe ich knapp 10 Jahre als „Kreisoberpfarrer“ (Superintendent) gearbeitet. Dort wurde in den 90er Jahren für die Kreisoberpfarrer eine nicht ruhegehaltsfähige Zulage gezahlt. Das fand ich okay. Das Grundgehalt für die Kreisoberpfarrer war A14.

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  2. Sebastian Borghardt

    Die ev. luth. Landeskirche hat ein massives Nachwuchs- und Attraktivitätsproblem. Jeder potenzielle Theologiestudent weiß, daß ab 2020 vermehrt Mitgliederschwund und Vergreisung in den Gemeinden zu erwarten sind. Starke Pastorenjahrgänge verabschieden sich in den Ruhestand. Die Gemeindearbeit wird folglich durch Generationenabbruch, Stellenkürzungen und Dauervakanzen erheblich erschwert sein. Die Arbeitsbelastung wird zwangsläufig weiter zunehmen. Die strukturell bedingte und von der Landeskirche weiterhin geforderte Residenz- und Präsenzpflicht der Stelleninhaber in den Pfarrhäusern wird die beklagte Vermischung von privaten und öffentlichen Belangen im Pfarrhaus weiter erhöhen. Diese Einschränkungen kann die geplante bauliche Aufwertung der Pfarrhäuser unmöglich alleine kompensieren. So fehlen eindeutige Leistungsanreize zu diesem Beruf in der hannov. Landeskirche. Wer schlau ist, der wechselt beizeiten zu einer anderen Landeskirche, die ihre Pastoren nicht als dumme Lasttiere begreift. Christliche Dienstbereitschaft im Pfarrberuf hat im Konzert mit anderen Berufen, wo ebenfalls leistungsbereite Verantwortungsträger gesucht werden, ihre Grenzen. Engagierte Christen werden überall gebraucht. Darum bin ich unbedingt für die Erhöhung der Bezüge von jungen Pastoren, nicht aber bei den Superintendenten.

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