Konfliktmanagement

Von Konflikten, offenen oder verdeckten, können wir alle ein Lied singen. Wir sind selbst Zielscheibe oder werden in Konflikte anderer hineingezogen. Für nicht wenige KollegInnen sind Konflikte deshalb angstbesetzt und mit leidvollen Erfahrungen bis hin zum Stellenwechsel oder Burnout verbunden.

Aus diesem Grund befasste sich der Pastorenausschuss auf seiner Klausurtagung vom 6. -8. November in Bergkirchen intensiv mit diesem Thema. Denn ein großer Teil unserer Arbeit besteht darin, KollegInnen in bereits eskalierten Konfliktsituationen zu beraten und zu begleiten.

Als beruflich mit dem Thema Konfliktmanagement befasste Referentin führte uns Sigrid Lieberum (Hannover) in das Thema ein. Bei der Bearbeitung eines konkreten Falles wurde uns bewusst, wie vielschichtig Konflikte sein können und wie persönliche und strukturelle Anteile ineinander greifen. Und wie viel Zeit und Professionalität die sachgemäße Bearbeitung (eigentlich) braucht. Hier sehen wir Defizite, die oft einseitig zulasten der KollegInnen gehen. Sie sind zu unguter Letzt die einzigen, auf die man dienstlich und rechtlich Zugriff hat.

Unser Rat: Wenden Sie sich schon in der Frühphase eines Konfliktes an Ihre/n PA-Vertreter/in oder eine Kollegin ihres Vertrauens. In Dienstrechtsfragen ist Pastor em. Herbert Dieckmann (Tel. 05151 – 10 60 53; E-Mail: Herbert.Dieckmann@evlka.de.) ein erfahrener Ansprechpartner.

Infobrief 2016

An die TeilnehmerInnen des
Generalkonventes im Sprengel Hannover

Liebe Amtsgeschwister,
liebe Kollegen im Pfarrberuf,

auch in diesem Jahr möchten wir Euch und Ihnen aus der Arbeit des Pastorenausschusses berichten, der sich auch im zurückliegenden Jahr wiederum mit zahlreichen Belangen, die unseren Beruf betreffen, auseinandergesetzt hat.

Alle unsere Äußerungen standen unter der Prämisse, die Attraktivität des Pfarrberufes zu wahren und die Rahmenbedingungen pastoraler Arbeit wieder zu verbessern, sodass unsere pastoralen Kernkompetenzen in Seelsorge und Verkündigung zum Tragen kommen können.

Leitungsgespräche: In Gesprächen mit der Kirchenleitung, insbesondere mit Personaldezernat sowie an anderer Stelle haben wir uns permanent u.a. für die Überschaubarkeit von Pfarrbezirken eingesetzt, die nicht über 2.500 Gemeindeglieder herausgehen sollten. Dienstvereinbarungen ist nach unserer Auffassung eine Wochenstundenarbeitszeit von 40h zugrunde zu legen.

Im Bereich des Dienstwohnungsrechts plädieren wir für eine zeitnahe Pfarrhaus-Modernisierungen, um den vorhandenen Sanierungsstau abzuarbeiten und endlich wieder attraktive Wohnmöglichkeiten zu gewährleisten, die Synode hat hierfür ja auch erneut umfangreich Mittel bereitgestellt. Bei Anmietungen von Dienstwohnungen sowie Ausnahmen von der Dienstwohnungspflicht setzen wir uns für flexible Lösungen ein. Im Gespräch sind wir mit dem Personaldezernat auch weiterhin bei der Frage, ob optional Dienstwagen – gerade im ländlichen Bereich – gestellt werden können, um Standortnachteile abzumildern.

In Besoldungsfragen haben wir uns bei der Stellungnahme zum neuen Besoldungs-Ergänzungsgesetz, dass demnächst auf der Frühjahrssynode eingebracht werden wird, dafür eingesetzt, die Durchstufung nach A14 nicht erst mit der 12., sondern bereits mit einer früheren Stufe vorzunehmen, wie es in vielen anderen Landeskirchen auch geschieht, damit auch jüngere KollegInnen davon partizipieren (und auch, um Abwanderung zu vermeiden).

Ebenfalls setzen wir uns dafür ein, die Besoldung auf die eigentlich im EKD-Besoldungsgesetz vorgesehene Bundesbesoldung umzustellen, was ebenfalls eine deutliche Verbesserung ausmachen würde. Wir haben uns sodann gegen eine Besoldungserhöhung bei den Ephoren von A15 auf A16 ausgesprochen, weil wir der Auffassung sind, dass dies die Dienstgemeinschaft der Ordinierten unnötig hierarchisieren würde – und weil durch die Reduzierung des Gemeindeanteils im Ephorendienst ja auch bereits deutliche Erleichterungen vorgenommen worden sind. Der Pastorenausschuss war im Übrigen in dieser Frage nicht offiziell angehört worden, was wir moniert hatten. Eine zu große Spreizung bei den Gehältern ist nach Auffassung des PA nicht sachangemessen und entspricht nicht der besonderen Dienstgemeinschaft, die uns im Pfarramt verbindet.

In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass der Pastorenausschuss sich klar gegen Bestrebungen gewandt hat, die Nominierung der stellvertretenden EphorInnen nicht mehr durch den Pfarrkonvent, sondern durch den jeweiligen KKV durchzuführen. Wir sind der Auffassung, dass im Gegenteil die Konvente zu stärken und zu unterstützen seien, weil das Miteinander in der Dienstgemeinschaft letztlich für erfolgreiche Arbeit, die letztlich im gesamtkirchlichen Interesse ist, entscheidend ist.

Bei einer Exkursion in das Haus Inspiratio in Barsinghausen konnten sich der PA dagegen von der erfolgreichen Arbeit, die dort geleistet wird, überzeugen. Die langjährigen Bemühungen unserer Landeskirche, KollegInnen, die von Burnout betroffen sind, hier ein gutes Angebot zur Wiederherstellung der Dienstfähigkeit zu machen, sind anzuerkennen. Freilich wäre es noch besser, wenn die Rahmenbedingungen im Pfarrberuf so ausgestaltet würden, dass dies gar nicht erforderlich wäre. Das Thema Dienstunfähigkeit (ganz oder teilweise) war auch zentral in vielen Personalgesprächen und Beratungsgesprächen. Es wird u. E. auch zukünftig vorn auf der Agenda bleiben. Gerade auf dem Hintergrund des kommenden Pfarrermangels sollten alle Beteiligten ein vitales Interesse daran haben, die Dienstfähigkeit aller zu erhalten und Rahmenbedingungen im Pfarrberuf so auszugestalten, dass eine erfolgreiche Wiedereingliederung nach der Krankheitsphase vorgenommen werden kann (Hamburger Stufenmodell).

Der Pastorenausschuss hat seine Öffentlichkeitsarbeit neu aufgestellt. Dazu gehört die neue Homepage, ein sog. E-Mail-Template für Rundmails an alle Pfarrerinnnen und Synodalen, bessere Erreichbarkeit und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der internen Kommunikation. Wir versprechen uns dadurch eine verbesserte öffentliche Wahrnehmung und eine erfolgreichere Interessenvertretung sowie schnellere Reaktionsmöglichkeiten.

Bei Problemlagen wenden Sie sich bitte zeitnah an uns, in aller Regel können durch Beratungsgespräche Probleme vermieden oder aber abgemildert werden.

Ihr Pastorenausschuss

Ellen Kasper,
Vorsitzende

Andreas Dreyer,
stellv. Vorsitzender,
zugleich zuständig für den Sprengel Hannover.

Zulage zum Ephorengehalt nach A16

An die Mitglieder der Landessynode
der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Stellungnahme des Pastorenausschusses
Hannover mit der Bitte, die Entscheidung
der Synode zu überdenken

Sehr geehrtes Synodenmitglied!

Der Pastorenausschuss unserer Landeskirche wendet sich mit diesem Rundbrief an Sie, da auf der letzen Synodaltagung im November – für uns überraschend -, eine Zulage zum Gehalt der Superintendentinnen und Superintendenten beschlossen wurde, die einer Erhöhung von A15 auf A16 entspricht.

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Mehr Beratungsbedarf durch
vermehrtes Organisationsversagen

“Wer nun die einzelne PfarrkollegIn angemessen beraten will, muss sich stets diese lange Reihe der Widersprüche in unserer Landeskirche ins Gedächtnis rufen”, schreibt Pastor i.R. Herbert Dieckmann. Der ehemalige Vorsitzende des PA und des Hannoverschen Pastorenvereins (HPV) sieht die ratsuchende Kollegin oder Kollegen mit seinem bzw. ihrem persönlichen Beratungsanliegen ganz am Ende einer langen Kette eines nunmehr zwanzigjährigen Organisationsversagen unserer Landeskirche. Weiterlesen

Gemeindeanteil für Sups

Der PA hält es für problematisch, wenn sich die ephorale Ebene gemäß des neuen Erprobungsgesetzes noch weiter von der gemeindlichen entfernt. Das Erprobungsgesetz sieht vor, dass eine Superintendentin oder ein Superintendent künftig keine Gemeindeanbindung mehr haben sollen, sondern als PastorIn auf Kirchenkreisebene angestellt wird und sich eine Predigtstätte frei wählen kann. Weiterlesen

A14 schon ab 45 Jahren

Der Pastorenausschuss bekräftigt und erneuert seine Forderung, die Regelbesoldung im Pfarrdienst der Landeskirche nach der Besoldungsgruppe A14 nicht erst ab der 12. Stufe, d.h. mit dem Erreichen des 53. Lebensjahres, sondern bereits ab der 10. Stufe, d.h. mit dem Erreichen des 45. Lebensjahres, wiederherzustellen. Weiterlesen